Kinderbücher
Kinderbücher zu verfassen, ist bei weitem keine so literarisch einfache Aufgabe, wie
manch ein Außenstehender meinen mag. Der Drahtseilakt zwischen gehobener Sprache mit literarischem Anspruch und der
Absicht, eine Geschichte Möglichst kinderfreundlich zu erzählen, ist gar nicht so einfach zu bewältigen. Denn man
kann leicht in beide Richtungen über das Ziel hinausschießen. Ist ein Kinderbuch zu kompliziert geschrieben, dann
mag es zwar inhaltlich eine Geschichte für Kinder sein, die Form jedoch ist dann höchstens für sprachlich sehr
begabte Kinder noch ansprechend. Überflüssig zu sagen, dass man mit solch einem Kinderbuch kaum ein breites
Publikum erreichen wird. Das andere Extrem ist jenes, dass man sich allzu infantiler und einfacher Sprache bedient,
was ja im Rahmen der jeweiligen Erzählung auch stellenweise passend sein kann, doch in der weitergehenden
Spracherziehung nur wenig Wert hat. Es ist also ein schmaler Grat, auf dem man sich bisweilen sprachlich bewegt,
wenn man ein Kinderbuch verfasst.
Natürlich ist für die Wahl des Schreibstils auch von erheblicher Bedeutung, welche genaue
Altersgruppe man mit seinem Kinderbuch anpeilt. Kinderbücher, die sich an jüngere Leser richten, tendieren
selbstverständlich zur einfacheren Schreibweise was aber nicht heißt, dass man sich nicht auch dann bis zu einem
gewissen Grad gewählt ausdrücken kann und auch sollte. Denn schließlich regt das auch, sofern man es fein
einstreut, die frühkindliche Neugier und Auffassungsgabe an. So können Kinder das eine oder andere ihnen unbekannte
Wort zumindest dann in seiner Bedeutung verstehen oder wenigstens erahnen, wenn der Kontext verständlich ist (und
ansonsten kann man ja noch Mutti oder Vati fragen). Also wohldosierter literarischer Anspruch kann auch schon den
Kleinsten zugemutet werden. Häufig macht auch eine Ergänzung mit einigen Bildern Sinn. Der Einsatz von Bildern in
der Kinder- und Jugendliteratur findet sich vom einfachen Bilderbuch bis hin zu reiferen und anspruchsvolleren
Erzählungen, wie beispielsweise Tolkiens “Der kleine Hobbit“ oder Astrid Lindgrens “Die Gebrüder
Löwenherz“.
An solch alten und bekannten Werken kann man sich auch prima orientieren, wenn man Maßstäbe
für entsprechende Jugendliteratur sucht. Diese Kinderbuch Klassiker haben den eingangs erwähnten Drahtseilakt
zwischen sprachlichem Anspruch und Kinderfreundlichkeit meist gut bewältigt, wodurch solch alte Kinderbücher auch
heute noch von Bedeutung sind. Doch auch heute sind schon die Klassiker von Morgen in der Mache. Das beste Beispiel
liefert wohl “Harry Potter“. Diese Erzählungen haben selbst Generationen übergreifend eine breite Leserschaft
fasziniert und werden in Zukunft das sein, was Erzählungen wie der “Der Herr der Ringe“ heute sind – unsterbliche
Klassiker!
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